Sensation: Mazedonien schlägt Deutschland!

 Es war das erste Duell überhaupt zwischen Deutschland und Mazedonien am Mittwochabend den 31. März 2021. Es war also ein historischer Abend, und die Akteure auf dem Feld, insbesondere die mazedonischen, sorgten dafür das dieser Fußballabend und dieses Prädikat weitere Dimensionen bekam. Mazedonien bezwang in Duisburg sensationell den haushohen Favoriten Deutschland mit 2:1.


Die ersten zwanzig Minuten sahen die Fußballfans das erwartete Bild, Deutschland war der klare Herr im Haus und auf dem Platz und kontrollierte das Spiel. Schon früh klingelte die Latte über und hinter Mazedoniens Torwart Stole Dimitrievski, Goretzka hatte abgezogen. Doch dann kamen die "roten Löwen" langsam in das Spiel. Erste zaghafte Versuche gab es, nach Ballgewinn sofort auf Angriff überzugehen. Mehr als eine gefährliche scharfe Hereingabe von Alioski war aber nicht drin.

Deutschland drückte weiter, aber Mazedonien stand hinten sicher und so stellten sich die Zuseher schon auf ein torloses Remis zur Halbzeit ein, als Mazedonien in der 45. Minute nochmal einen Angriff wagte. Nach einer tollen Kombination und einem tollen Zuspiel von Enis Bardhi stand Mazedoniens Kapitän Goran Pandev alleine im 5 Meter Raum und drückte den Ball zum 0:1 für Mazedonien in die Deutsche Maschen. Der Underdog führte im historischen Spiel zur Halbzeit.

Zur Halbzeit zwei sofort ab Beginn dann das exakt gleiche Bild wie zur ersten Halbzeit, die DFB Elf nahm sofort das Heft in die Hand und war total auf den Ausgleich fixiert. Mazedonien wehrte sich und kämpfte, erfolgreich. Richtig zwingende Chancen konnten die Deutschen nicht produzieren. Dann die 62. Minute.  Leroy Sane zog rechts in den Strafraum und tanzte Alioski aus der zur Abwehr ansetzte, Sane fädelte bei Alioski geschickt ein und der Schiedsrichter aus Russland zeigte nach der "Sahne-Schwalbe aus dem Lehrbuch" auf den Elfmeterpunkt. Zum entsetzen der Mazedonier die heftig protestierten. Ilkay Gündogan, der Manuel Neuer als Kapitän vertrat, verwandelte.

Klarer Handelfmeter "nicht gesehen"

Nach dem Ausgleich dachte man, Mazedonien würde einbrechen und Deutschland das Spiel drehen, doch Mazedonien wehrte sich erneut geschickt und setzte immer wieder Nadelstiche wo es ging. Dann stand erneut der russische Schiedsrichter im Fokus: Eckball für Mazedonien in der 75. Minute, ein klares Handspiel von Emre Can im Strafraum (eigentlich schon sein zweites Handspiel in der Partie) aber kein Elfmeter für Mazedonien! Der Schiedsrichter (als auch Linienrichter) hatte das Handspiel nicht gesehen. Stattdessen gab es gelbe Karten für Mazedonien wegen reklamieren. Bei der Qualifikation wird das VAR-System nicht eingesetzt. Somit blieb es weiterhin beim 1:1.


Die Endphase wurde dann etwas hektischer. Deutschland wollte unbedingt einen Sieg gegen den Underdog. Und, in der 80. Minute war man dem eigentlich sehr nahe. Timo Werner wurde von Gündogan wunderbar vor dem Tor in Szene gesetzt, aber Werner verstolperte die Todsichere Chance.

Mazedonien versteckt sich keineswegs, verstand es geschickt und vereint zu verteidigen und versuchte durch schnelles Umschaltspiel zu Konter zu kommen, was eigentlich weniger gelang. Nach einem Einwurf und einer kleinen Passspiel-Stafette tankte sich Ademi auf der linken Seite fast bis zur Auslinie durch, steckte den Ball in den Fünfmeterraum und dort tauchte Eljif Elmas auf der den Ball ins Netz drückte. Der krasse Außenseiter ging in der 85. Minute mit 2:1 in Führung!


Goran Pandev

In der Nachspielzeit von "nicht enden wollenden" sechs Minuten kämpfte Mazedonien um jeden Ball um die Sensation perfekt zu machen was auch gelang! Mazedonien brachte der DFB Elf nach zwanzig Jahren erstmals wieder eine Niederlage in einer WM Qualifikation bei, auf heimischen Boden, beim letzten offiziellen Qualifikations-Spiel mit Jogi Löw als Bundestrainer, im ersten historischen Duell überhaupt...

Mazedonien in der Tabelle vor Deutschland

Ebenso historisch ist der Blick auf die Tabelle nach dem dritten Spieltag der Qualifikation zur Fußball WM 2022 Qualifikations-Gruppe J.

Tabellenführer ist Armenien, die souverän mit 9 Punkten die Tabelle anführen. Sie haben alle ihre Partien bisher gewinnen können. Auf dem zweiten Rang, mit 6 Punkten steht die mazedonische Nationalmannschaft. Punktgleich auf dem Dritten Rang ist Deutschland. Auf den vierten Rang folgt Rumänien (mit 3 Punkten) - das Mazedonien glücklich besiegen konnte. Rang 5 Island (3 P.) und Rang 6 Liechtenstein (punktlos).